Laura und eines der ältesten Gebäude im Viertel

Sie ist jung; sie ist hübsch und sie ist sehr sportlich. Deshalb wechselte sie im vergangenen Schuljahr vom Gymnasium Bayreuther Straße auf das Berufliche Gymnasium mit Sport/Biologie in Mettmann. Dort wird sie in zwei Jahren ihr Abitur machen.

„Ich lebe gern am Arrenberg, denn ich habe hier meine Familie und meine Freunde. In der Friedrich-Ebert-Straße  liegt meine Fahrschule und in der Ernststraße meine Nachhilfe.“

Laura Pilz und ich kennen uns seit Jahren. Ich erlebte sie als munteren,  neugierigen Teenie, der mit seiner  Mathe-Abneigung  kokettierte, als Heranwachsende, die in der Lage ist, sich auf Tiefe einzulassen ohne die Leichtigkeit ihres Alter zu vernachlässigen. Sie engagiert sich in der Kinder- und Freizeitarbeit in der naheliegenden Sophienkirche.  Mit ihrem Hund trifft man sie oft an auf dem Weg zur Königshöhe.

Laura lebt mit ihren Eltern in einem historischen Haus in unserem Viertel. „Die Moritzstraße 4 ist eines der ältesten Wohnhäuser an der Friedrich-Ebert-Straße. Es ist ein auf einem hohen Sockel errichtetes Steinhaus, eine vorgebaute Steintreppe führt in die hochgelegene Wohnetage.  Dies war sicherlich ein Schutz vor dem  nicht seltenen Hochwasser der Wupper. Das Haus wurde vor 1830, also noch vor der Fertigstellung der Königstraße, für den Fabrikanten Jakob-Wilhelm Haarhaus (1797-1881) errichtet, der hier auch schon eine damals bekannte Kerzenfabrik betrieb.“*

Herr Wetzel, ihr Vater,  erzählt die Geschichte weiter: „Wir haben das Haus  mit der interessanten Vorgeschichte  vor 22 Jahren gekauft. Es war das ehemalige Verwaltungsgebäude von Pott & Hinrichs, einer großen Wuppertaler Weberei. In den 50er Jahren wurde es zum Wohnhaus umgebaut. Da Geld fehlte, wurden die Bäder nicht in die Wohnetage verlegt, sondern im Keller errichtet. Eines ist noch in seiner ganzen Schlichtheit erhalten.  Es sieht so aus, als wären im Keller auch Tiere gehalten worden. Dort trennen Wände Räume ab, die wie Stallungen aussehen. Und an der Hauswand auf der Gartenseite befinden sich Ringe, an denen man größere Tiere anbinden konnte.

Die Familie Pilz/Wetzel wohnt nicht alleine in dem schönen Haus. Eine spanische Familie, die bei der Firma Pott & Hinrichs gearbeitet hatte,  und schon damals im Haus wohnte, ist nach dem Besitzerwechsel bei Ihnen geblieben.

*Das Industrie-Zeitalter im Wuppertal, Route 5a, Seite 95, herausgegeben vom Bergischen Geschichtsverein, Abteilung Wuppertal e.V.

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