Weihnachtsmann Ernststraße 34

Nikolaus Live…!?…in der Ernststraße 34 oder wie der Nikolaus in das Zentrum für Pflege und Betreuung am Arrenberg kam

Diese Geschichte, die ich erzählen möchte, ist aus Langeweile geboren und aus einer verrückten Idee, so etwas auf die Füße zu stellen.

Ende Oktober 2011 kam ein Mitarbeiter des Sozialen Dienstes zu mir und wollte wissen, ob ich nicht  Lust hätte, etwas für die Nikolausfeier vorzuführen oder darzustellen.

Als ich ein Prospekt zur Weihnachtszeit in die Finger bekam, in dem mir das Kostüm eines Nikolauses ins Auge sprang, stand meine Idee fest: “Ich spiele den Nikolaus”. Da ich etwas kräftiger gebaut bin, ließ ich mir zwei Kostüme besorgen und nähte mir aus zwei kleinen ein großes Kostüm.

Das war der erste Streich der Geschichte.

Nun saß ich als Nikolaus – einsam und allein – in meinem Schlitten (E-Mobil) rum, ganz klar war: ein Rudolf-Rentier musste her, natürlich mit roter Nase und Geweih. Ich schaute mich in meinem Zimmer um und fand einen Karton mit Schaumstoffformteilen, in dem sich vorher ein Laserdrucker befunden hatte. Daraus bastelte ich den Korpus des Tieres, aus drei Lagen Karton die Beine. Die rote Nase bastelte ich aus einer kleinen Taschenlampe. Das Geweih bog ich mir aus alten Drahtkleiderbügeln. Die elektrische Steuerung für Nase und Zügel verstaute ich im Hinterteil von Rudolf.

Da stand nun der nackte Rudolf und fror. Ich besorgte aus einem Stoffladen einen schönen braunen Webpelz und so bekam Rudolf sein kuscheliges Fell. Von unserem Hausmeister bekam ich die Kunststoffstangen, um Rudolf vor den Schlitten zu spannen. Daran die Zügel angepasst zum Steuern von Rudolf. Ein Mitarbeiter fragte.”Kann der denn jetzt auch noch Musik machen?” Eigentlich nicht geplant, aber kein Problem!  So verbaute ich Lautsprecher einer Handyfreisprechanlage und damit war Rudolf ausgehfertig. Fertig zur Abfahrt, zum Besuch der Bewohner des Pflegezentrums!

Mein Auftritt am Nikolausabend war ein voller Erfolg! Ich rief mit tiefer Stimme alle anwesenden Bewohner einzeln zu mir und verteilte mit Hilfe des Sozialen Dienstes kleine Tüten mit selbstgebackenen Plätzchen.

Der Nikolaus zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der Beschenkten, besonders auch bei denen, die nicht in der Cafeteria waren sondern auf ihren Zimmern geblieben waren.

Dieses Lächeln wog die ganze Arbeit des Bauens zehnfach auf. Es war eine tolle Belohnung, die ich für meinen Einsatz bekam.

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2 Antworten auf Weihnachtsmann Ernststraße 34

  1. Gisela Mann-von Weiß sagt:

    Super, dass bei uns am Arrenberg auch der Weihnachtsmann ansässig ist!
    Gruß Gisela

  2. Anne Fitsch sagt:

    Magische Momente!
    Für einen winzigen Augenblick riecht die Luft nach Spekulatius und Mandarinen…..
    Und spüre ich nicht sogar federleichte Schneeflocken auf den nackten Füßen…..? :-)
    Was für ein wunderschönes Bild!! :-)
    Anne

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