Die Kleingärtner sind zu beneiden

Die exponierte Lage der Gärten am Rand der Königshöhe bietet einen wunderbaren Blick über den Arrenberg. Die Schwebebahn kann man auf ihrem Weg von Sonnborn in die Elberfelder Innenstadt verfolgen. Entspannung findet der Betrachter durch den weiten Blick auf die grünen Höhenzüge von  Hardt und Weinberg.

Von fern sichtbar ist bei schönem Wetter die Fahne mit der Lokomotive, einer Adler. Die Adler ist Kult für eisenbahnbegeisterte Menschen. Ich folge der Fahne und treffe die Familie Mierau, die auf der Terrasse mit den erwachsenen Kindern ein Schwätzchen hält.  Hier findet man Ruhe und ich kann mich über den Gesang und das Gezwitscher der Vögel freuen. Von hier aus kann man die Meiseneltern beobachten, die den ganzen Tag auf Futtersuche für ihre Brut sind, oder man freut sich über Eichhörnchen, die das System des Futterkastens verstehen, den Herr Mierau  exklusiv für sie entwickelt hat,  und die sich dort mit Erdnüssen bedienen.

Die Kleingärtner pflegen ihre vielfältigen Hobbies und ihr Gemeinschaftsleben in freundschaftlicher Atmosphäre. Muss ein Haus renoviert  oder der Gartenzaun erneuert werden,  helfen sie sich gegenseitig. Hier werden die Fähigkeiten von Herrn Mierau, zweiter Vorsitzender des Vereins, sehr geschätzt, der von seinen Nachbarn als Universalgenie bezeichnet wird.  Jeder Kleingartenbesitzer profitierte im Laufe der Zeit  von seinen Lösungsvorschlägen, die er auch  praktisch umsetzt.  Herr Mierau kann Holz ebenso gut wie Metall bearbeiten und auch die Maurerarbeiten erledigt er wie ein Profi.   Das Vereinsgebäude und die Grundstücksgestaltung auf dem schwierigen Hanggrundstück sind  auch durch seine Mitplanung und Mitarbeit  entstanden.  In seinem Garten stellt er viele seiner kunstvoll und  handwerklich perfekt gestalteten Werke aus;  besonders stolz ist er auf die Konstruktion einer Schaukel, ein Stecksystem, das er für seine Enkel entwickelt hat.  Hier stecken Balken ohne Verschraubung  in Verbindungsstücken aus Edelstahl.  Werden Balken durch die Feuchtigkeit morsch, kann er sie problemlos austauschen.

Zufriedenheit findet der Gärtner aber auch bei der Gartenarbeit, bei der Gartengestaltung,  beim Kontakt mit dem Boden und den Pflanzen. Und das Glücksgefühl ist nah, wenn im Hochbeet, das für die Oma gebaut wurde, weil sie sich nicht so gut bücken kann,  Radieschen, Salat und Gemüse  gut gedeihen  und im Garten und in den Blumenkästen die Blumen prachtvoll blühen.

Die Kleingartensiedlung  besteht seit 1904, der Kleingartenverein wurde 1951 gegründet. 30 Kleingärtner-Familien  verbringen dort ihre Freizeit, oft auch ihre Ferien.

Dieser Beitrag wurde unter Arrenberger Ansichten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort