Noch nicht aber bald

Ich wohne zwar noch nicht am Arrenberg, aber bald!! ziehe ich von Düsseldorf nach Wuppertal. Nein nicht wegen der Arbeit, ich arbeite in Neuss und nehme sogar einen weiteren Weg in Kauf. Nein auch nicht der Liebe wegen. Es ist wegen Wuppertal. Ich habe schon einmal einige Jahre hier gelebt und bin der Arbeit halber weg gezogen.

Eine Bahn über einem Fluss, ich glaube, so etwas gibt es in keiner anderen Stadt. Jedenfalls keine mit einer so beeindruckenden Konstruktion aus Stahl. Die Stahlbögen mit ihren genieteten Stahlblechen erinnern mich an solide Ingenieurskunst vergangener Tage, wirken aber auf mich manchmal fast futuristisch.

Die enge Talsohle gibt die Richtung vor: nach oben, in die Luft und die Berghänge hinauf. Einige der steilen Straßenzüge erinnern sie an San Franzisko, sagte neulich eine Bekannte zu mir. Auf jeden Fall muss man auf die Stadt zu gehen, ihre Ecken und Kanten auf sich wirken lassen. Ich finde es immer wieder spannend, wie sich plötzlich inmitten der dichten Straßenzüge Treppen auftun, über die man im Nu ins Tal und auf die Hänge gegenüber gelangt.

Auch vom Arrenberg sind es nur ein paar Schritte bis zur Wupper, in die Innenstadt und zum “Ort” natürlich. Außerdem sind zwei Tangosalons ganz in der Nähe. Mir gefällt die Atmosphäre rund um das ehemalige Klinikum, wo verschiedene Nationalitäten und Kulturen zusammen leben. Hier merkt man besonders, dass die Enge des Tals sich nicht in den Herzen der Wuppertaler spiegelt. Ganz im Gegenteil die Menschen hier sind weltoffen und gastfreundlich.

Vielleicht liegt es daran, dass die Topographie Mut, Erfindungsreichtum und Gelassenheit erforderte. Vielleicht kommt es auch von der Geschichte der Stadt. Die Handwerker und Kaufleute wollten ihre Eisenwaren und Tücher verkaufen und nichts verbindet so sehr wie Handel.

Über der Brücke an der Moritzstraße rattert gerade wieder eine Schwebebahn vorüber. Ja es ist eigentlich doch der Liebe wegen, dass ich hier her ziehe; die Stadt hat mich in ihren Bann gezogen.

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2 Antworten auf Noch nicht aber bald

  1. Gisela Mann von Weiss Gisela Mann von Weiss sagt:

    Als ich Ihren Beitrag gelesen habe, war ich so begeistert, dass ich Sie gleich gegooglet habe und jetzt im Besitz Ihres Gedichtbandes “seziert vom licht” bin. Wenn Sie mir als Neuarrenberger begegnen, hätte ich gerne eine Widmung in dem Büchlein.
    LG
    Gisela Mann-von Weiß

    • Joachom Harms sagt:

      Hallo Frau Mann-von-Weiß,

      es freut mich sehr, dass mein Beitrag Ihnen solche Freude bereitet hat.
      Vielen Dank für Ihr Interesse an meinem Gedichtband. Gerne werde ich es mit einer Widmung versehen.
      Ich bin nächsten Montag ab 13:00 am Arrenberg, vielleicht ergibt sich dann eine Möglichkeit zu einem kurzen Treffen.

      LG JH

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